Mailwürmer - Fragen und Antworten
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Ich bekomme laufend Wurm-Mails mit verseuchten
Dateianhängen. Wie kann ich das verhindern?
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Meine Adresse ist ja weiterhin in den Adressbüchern
meiner Bekannten gespeichert. Wie kann ich Wurmmails aus dieser Richtung
verhindern?
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Ich habe doch einen Virenscanner. Schützt
der mich nicht hinreichend?
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Welchen Sinn hat ein Virenscanner?
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Wenn ich doch viele Wurmmails erhalte? Was
bleiben mir dann für Möglichkeiten?
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Ist Webmail sicherer als das Herunterladen von Mails
mit einem lokal installierten Mailprogramm?
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Aber bin ich nicht schon mit dem Wurm infiziert,
wenn eine verseuchte Mail mit dem Mailprogramm heruntergeladen wird?
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Mein Virenscanner hat im Profilordner bzw. in
einer Mailbox-Datei meines eMail-Programmes einen Schädling entdeckt. Wie
muss ich vorgehen?
Frage: Ich bekomme laufend Wurm-Mails mit verseuchten Dateianhängen.
Wie kann ich das verhindern?
Antwort: Kaum. Sobald Sie Ihre E-Mail-Adresse öffentlich machen,
und sei es auch nur gegenüber wenigen Leuten, so kann es bereits passieren,
dass Sie irgendwann Wurmmails erhalten. Geben Sie Ihre Mailadresse weit verbreitet
öffentlich an (z.B. in Forenbeiträgen, Chatrooms), oder tragen sich in grösseren
Gruppen zugänglichen Mailinglisten ein, so erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit
deutlich, Wurmmails zu erhalten.
Um zu verstehen warum, sollten Sie das Verbreitungsprinzip solcher Würmer kennen:
Ein Wurm konnte durch ein leichtsinniges Handeln eines Internetnutzers, der
den Wurm auf seinem System installierte, aktiv werden. Der Wurm sucht nun auf
dem infzierten System nach allen möglichen Adressen, an die er sich weiterversenden
kann - diese findet er z.B. im Adressbuch. Dem nicht genung, durchsucht der
Wurm etliche andere Dateien, die Mailadressen enthalten können, so u.a. Textdokumente,
Tabellenkalkulationen, aber auch html-Dateien im lokalen Browsercache.
Somit versendet sich der Wurm ebenso an Bekannte des Betroffenen (Adressen im
Adressbuch, in Textdokumenten), als auch an Unbekannte (Adressen aus html-Dateien).
Dabei setzt er alle gefundenen Adressen wahllos und wechselweise als Absender
und Empfänger ein, um sich a) möglichst weit zu verbreiten und b) die letzlichen
Empfänger über seine wahre Herkunft hinweg zu täuschen.
Haben Sie nun also Ihre Mailadresse nicht nur an Bekannte weitergegeben, die
Ihre Adresse dann im lokalen Adressbuch speichern, sondern auch noch z.B. in
Forenbeiträgen genannt, so wird Ihre Adresse zusätzlich in html-Dateien im Browsercache
von unzähligen Nutzern gespeichert, die Ihren Forenbeitrag gelesen haben.
Installiert sich auch nur einer dieser User einen Wurm, so werden Sie in der
Folge etliche verwurmte Mails erhalten.
Daraus folgt: Um nicht mit Wurmmails überschüttet zu werden, sollten Sie Ihre
hauptsächlich genutzte Mailadresse nur bedacht weitergeben. Legen Sie sich für
Forenbeiträge oder Chats eine Zweit-Adresse an, die Sie gegebenenfalls auch
wieder löschen können, oder wählen Sie hierfür einen Anbieter, der einen guten
serverseitigen Wurmfilter bietet.
Frage: OK, aber meine Adresse ist ja weiterhin in den Adressbüchern
meiner Bekannten gespeichert. Wie kann ich Wurmmails aus dieser Richtung verhindern?
Antwort: Das kann und muss in erster Linie jeder selbst für
seinen PC umsetzen. Jeder, der das Internet nutzt, sollte sich über einige gewisse
Grundregeln im Klaren sein. Setzen Sie auch Ihre Bekannten über diese Regeln
in Kenntnis. Erstmal ganz pauschal gesagt: Man sollte sich ganz einfach keine
Würmer installieren. Dies geht wie folgt:
Hinsichtlich Programmauswahl- und Pflege:
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Verzichten Sie möglichst auf besonders anfällige Programme wie Outlook
Express oder ähnliche, z.B. Incredi Mail, die zur Anzeige der Mails die
Internet Explorer Engine nutzen. Können Sie aus bestimmten Gründen nicht
auf Outlook / Express verzichten, stellen Sie zumindest sicher, dass empfangene
Mails im "Nur-Text"-Format dargestellt werden.
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Nutzen Sie besser ein gut gepflegtes E-Mail-Programm wie Mozilla Thunderbird.
Aktivieren Sie aber bitte auch hier die Anzeige der Mails im Format "Nur
Text". Diese Empfehlung gilt prinzipiell für jedes Mailprogramm.
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Halten Sie das genutzte Mailprogramm stets auf dem aktuellen Stand;
spielen Sie verfügbare Updates zeitnah ein.
Hinsichtlich des Umgangs mit empfangenen Mails:
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Seien Sie stets misstrauisch, wenn es darum geht, dass Sie durch den
Inhalt der Mail zu etwas verleitet werden sollen, z.B. zum Öffnen eines
Dateianhanges oder zum Anklicken eines Links.
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Bedenken Sie, dass das Fälschen der Absender eine Leichtigkeit ist.
Bewerten Sie die Vertrauenswürdigkeit einer Mail also nicht allein anhand
des Absenders!
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Öffnen Sie keine Dateianhänge, die ausführbar sind. Darunter fallen
unter anderem Dateien mit den Endungen exe, pif, scr, bat, com, cmd, chm,
cpl, vbs, vbe, htm, html, hta, js, jse, reg.
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Beachten Sie in diesem Zusammenhang, in Windows die Anzeige bekannter
Dateinamenerweiterungen zu aktivieren. Somit sind Sie nicht anfällig gegenüber
des Tricks, wobei doppelte Dateiendungen verwendet werden. Beispiel: dateiname.jpg.exe.
Würden bekannte Dateinamenerweiterungen ausgeblendet, wäre lediglich dateiname.jpg
zu sehen, nicht aber die entscheidende Endung "exe" erkennbar.
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Lassen Sie sich auch nicht täuschen, wenn vor der letzten, entscheidenden
Dateiendung eine grosse Anzahl von Leerzeichen gesetzt werden. Beispiel:
dateiname.jpg .exe. Auch hier gilt: nicht ausführen!
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Führen Sie also niemals einfach aus der Mail heraus einen Datei aus.
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Haben Sie auch nur den geringsten Zweifel, lassen Sie den Anhang unberührt.
Holen Sie lieber vorher einen Rat ein, fragen Sie z.B. in einem Forum nach,
oder leiten den Dateianhang mit der Funktion "Weiterleiten" z.B. an diese
Adresse weiter: virus@sicher-ins-netz.info.
Wenn Sie all dies beachten, und das müssen Sie, wenn Sie sich effektiv schützen
wollen, kann Ihnen auf dem Mailwege kaum etwas passieren.
Frage: Aber ich habe doch einen Virenscanner. Schützt der mich nicht
hinreichend?
Antwort: Ganz deutlich: Nein! Das kann er prinzipiell auch
gar nicht. Dazu muss man Folgendes wissen: Neue Mailwürmer verbreiten sich in
der Regel explosionsartig innerhalb weniger Stunden - weltweit.
In der ersten Verbreitungsphase ist dieser Wurm für die Virenscanner noch gar
nicht bekannt (von einigen heuristischen, also an bestimmten Wurmeigenschaften
orientierten Erkennungserfolgen einmal abgesehen). Die AntiViren-Labore müssen
erstmal so eine Wurmdatei bekommen, um nach einer Analyse eine passende Signatur
zu erstellen. Diese muss dann noch über ein Signaturenupdate den Nutzern zum
Download zur Verfügung gestellt werden. Die Wartezeit hierfür beträgt, unterschiedlich
von Fall zu Fall, wenige Stunden bis zu mehrere Tagen. Innerhalb dieses Zeitraumes
bietet ein installierter Virenscanner keinen Schutz vor dem
neuen Schädling.
Erreicht Sie nun so ein Wurm in der ersten explosionsartigen Verbreitungsphase,
können Sie sich nur auf Ihr eigenes, bedachtes Handeln verlassen können (siehe
dazu die obigen Hinweise).
Bedenken Sie ferner, dass es nicht nur Würmer sein können, die Sie auf dem Mailwege
erreichen. Auch Trojaner, die, wenn sie aktiv werden, z.B. Ihre Passwörter oder
sensible Onlinebanking- und Kreditkarteninformationen stehlen, sind da nicht
selten. Da sie sich aber nicht so explosionsartig verbreiten, sondern eher in
Spammails versandt werden, kann sich hier eine Erkennung durch den Virenscanner
noch länger hinziehen oder gleich gar nicht erfolgen, wenn z.B. dieser Schädling
durch das AV-Lab nicht registriert wurde.
Würden Sie sich allein auf den Scanner verlassen und bei Nichtmeldung einen
infizierten Anhang ausführen, so könnten installierte "Schutzprogramme" wie
Virenscanner oder Personal Firewalls in sekundenschnelle einfach deaktiviert
werden. Das ist möglich, da die meisten User mit Administratorrechten ins Internet
gehen.
Sie sehen: auch hier bietet der Virenscanner keinen zuverlässigen Schutz. Sie
selbst tragen die Verantwortung. Nicht nur für sich selbst, sondern auch dafür,
nicht zur Wurmschleuder zu werden und andere dadurch zu belästigen.
Frage: Welchen Sinn hat denn dann ein Virenscanner?
Antwort: Sie können ihn z.B. zu Filterzwecken nutzen, um bekannte
Schädlinge zu löschen oder zu markieren, damit solche Mails im Mailprogramm
gleich in einen entsprechenden Müllordner verschoben werden. Eine Nutzung zwecks
Indentifierzierung bestimmter Schädlinge ist ebenfalls denkbar, wenn es darum
geht, in einer Abuse-Mail (siehe unten) den verantwortlichen Wurm zu nennen.
Als verlässliche Stütze hinsichtlich eines Mailwurmschutzes kann er aber nicht
dienen.
Ganz im Gegenteil sind beim Einsatz eines Mailscanners Konflikte mit dem Mailprogramm
/ Mailserver nicht auszuschliessen, eine SSL-verschlüsselte Verbindung wird
vom Virenscanner z.B. auch gar nicht überwacht.
Frage: Und wenn ich doch viele Wurmmails erhalte? Was bleiben mir dann
für Möglichkeiten?
Antwort: Nun, wie wir ja bereits wissen, fälschen die Würmer
die Absenderadressen, sodass es keinen Sinn macht zu antworten und auf einen
Wurmbefall hinzuweisen. Hier muss man also einen anderen Weg einschlagen. Schauen
Sie sich die Header der jeweiligen Wurmmails genauer an, lesen Sie die IP des
Absenders aus und geben Sie diese in die
Whois-Abfrage des RIPE ein, um
die Abuse-Adresse des zuständigen Internetproviders herauszufinden.
An diese Adresse mailen Sie nun den kompletten Header der Wurmmail mit der Bitte,
den betroffenen User über die Wurminfektion zu informieren. Der Provider ermittelt
dann anhand der IP und des Zeitpunktes, die aus dem mitgesandten Header ersichtlich
sind, den entprechenden Kunden und setzt ihn über den Wurmversand in Kenntnis.
In der Regel führt dies nach einigen Tagen dazu, dass der Wurmversand über den
PC dieses Users gestoppt wird. Reagiert der User nicht, so wird der Provider
ihn ggf. sperren.
Frage: Ist Webmail sicherer als das Herunterladen von Mails mit einem
lokal installierten Mailprogramm?
Antwort: Nein. Webmail kann sogar unsicherer sein, da über
den Browser ggf. aktive Inhalte ausgeführt werden. Besonders die Nutzung des
Internet Explorers birgt hier ein höheres Sicherheitsrisiko. Bei einem Mailprogramm,
welches die Mails im Nur Text Format darstellt, werden jedoch keine aktiven
Inhalte ausgeführt. Auch kann man Phishing verhindern, da die Mails ja nicht
im HTML-Format angezeigt werden.
Frage: Aber bin ich nicht schon mit dem Wurm infiziert, wenn eine verseuchte
Mail mit dem Mailprogramm heruntergeladen wird?
Antwort: Nein. Der Wurm müsste zur Ausführung gelangen. Das
kann er aber nur, wenn er a) eine Sicherheitslücke im Mailprogramm ausnutzt
oder b) Sie den Wurm durch Ausführen der Datei selbst installieren würden. Beachten
Sie jedoch die oben genannten Schutzhinweise, verhindern Sie eine ungewollte
Wurminstallation effektiv.
Frage: Mein Virenscanner hat im Profilordner bzw. in einer Mailbox-Datei
meines eMail-Programmes einen Schädling entdeckt. Wie muss ich vorgehen?
Antwort: Nicht selten melden einige Virenscanner Schädlinge
innerhalb von Mailbox-Dateien, z.B. bei Nutzung der eMailprogramme Mozilla (Thunderbird)
oder Netscape, aber auch Outlook bzw. Outlook Express. Dies bedeutet zunächst
einmal keine Gefahr, solange ein Schädling in einer Mail nicht durch den Nutzer
selbst ausgeführt wird.
Der Schädling ist hierbei also nicht aktiv, er liegt vielmehr
inaktiv in der Mailbox.
Einige Virenscanner bieten hier die Löschung der Datei an, was Sie jedoch nicht
bestätigen sollten. Der Grund: Mehrere eMails eines Ordners, z.B. des Posteingangsordners
ihres Mailrogrammes, werden innerhalb einer Datei abgelegt. Stimmen Sie nun
der Löschung zu, würden mit ihr auch alle anderen eMails Ihres Posteingangs
verlorengehen.
Es macht also prinzipiell keinen Sinn, Mailbox-Dateien durch einen Virenscanner
überwachen zu lassen. Löschen Sie besser suspekte Mails sofort, und wählen von
Zeit zu Zeit in Ihrem Mailprogramm "Datei >Ordner komprimieren". Damit werden
auch alte, bereits nicht mehr offensichtliche Mails, endgültig aus der Mailbox-Datei
entfernt.
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